Motive
oder
wie ich dazu komme, zum 'Gebet der Erde' einzuladen
Vor einigen Jahren stieg ein Bild in mir auf: Ich sehe mich mit einer Gruppe von Leuten am Uferweg des Flusses gehen. Wir plaudern und reden über das was uns wichtig ist, über unser Suchen und Finden. Dann gehen wir in die Au hinein und beten gemeinsam. Die Verbindung zum großen Ganzen wird spürbar und sichtbar. Am Heimweg sehe ich in frohe Gesichter.
Süßlicher Geruch aus der nahen Fabrik strömt mir entgegen, wenn ich morgens aus dem Haus trete. In meinem Kopf höre ich gleichzeitig den Chor unserer Kultur, der in vielen Variationen immer wieder das selbe Lied singt: 'Macht euch die Erde untertan'.
Ich spüre, dass diese beiden Erfahrungen nicht zusammenpassen. Mehr und mehr entscheide ich mich jene Ort zu meiden, an denen dieser krankmachende Gesang erklingt. Ich will ihn nicht mehr hören.
Ich halte Ausschau nach anderen, heilsameren Botschaften und entdecke sie bei den Urvölkern. Dort höre oder lese ich Sätze wie: 'Wir alle sind ein Teil dieser Erde und sie ist unsere Mutter.' oder 'Nimm nur so viel du brauchst!' oder 'Verlasse Plätze schöner als du sie vorgefunden hast.!' Ab nun orientiere ich mich mehr und mehr an solchen Botschaften des Heils (Ganzheit) und der Verbundenheit - und ich lebe nach dem Motto 'von Urvölkern lernen'.
In einem Arbeitskreis höre ich über die Grundlagen unseres Wirtschaftssystems: Die Natur ist der erste und wichtigste Produktionsfaktor, weitere sind Arbeit und Kapital.
Jetzt ist mir alles klar. Die Natur wird hier nicht als etwas Heiliges betrachtet, zu dem wir alle dazugehören, nein, sie wird gesehen als ein Ding aus dem man Profit erwirtschaften kann. Ich entscheide mich, auch diesen Stimmen nicht mehr zu vertrauen.
In der Not meiner eigenen Krankheiten suchte ich auch immer wieder Trost und auch eine Botschaft in der Natur. Und was entdeckte ich da? Ich sah einen Urwald, also einen Wald der ohne das gestaltende Zutun des Menschen wächst, und ich sah keinen einzigen geraden unverletzten Baum. Alle haben sie Schrammen, sind beeinträchtigt, haben dürre Äste, usw. - Wow! Was für eine Botschaft? Sieht so das normale, gesunde Leben aus? Ich finde es enorm erleichternd diesen überhöhten Anspruch nach Gesundheit, angesichts so eines Urwaldes, loslassen zu können.
Ich gehe mit einem depressiven Klienten eine Weile entlang dem Fluss. Ich bemerke wie ihm das gut tut. Es reift in mir der Wunsch nach einfachen und regelmäßigen Möglichkeiten, wo Klienten aus meiner psychotherapeutischen Praxis oder der Männerberatung sich einfach und unkompliziert den heilsamen Kräften der Natur und der Gemeinschaft anschließen können: den erfrischenden Wind oder die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne auf der Haut zu spüren, Kontakte knüpfen, die Verbindung zum großen Geheimnis pflegen.
Meine ehemalige Freundin zeigte mir, wie es ist in einer Baumkrone zu sitzen und dem Rascheln der Blätter zu lauschen. Sie lehrte mich verschiedene Namen von Heilkräutern und anderen interessanten Pflanzen – und sie half mir still zu sein und nur wahrzunehmen, was da alles passiert am Ufer des Flusses.
Ich gehe hinaus in die Natur, am liebsten in die Au, dort ist es noch so schön wild und ungeordnet. Ich höre, sehe und spüre. Ich staune. Und dann weiß ich, dass ich wirklich ein Teil dieses großen und heiligen Prozesses bin, den wir Leben nennen. Diese Erfahrungen möchte ich nicht mehr nur alleine machen sondern auch gemeinsam mit anderen Menschen erleben.
wie ich dazu komme, zum 'Gebet der Erde' einzuladen
Vor einigen Jahren stieg ein Bild in mir auf: Ich sehe mich mit einer Gruppe von Leuten am Uferweg des Flusses gehen. Wir plaudern und reden über das was uns wichtig ist, über unser Suchen und Finden. Dann gehen wir in die Au hinein und beten gemeinsam. Die Verbindung zum großen Ganzen wird spürbar und sichtbar. Am Heimweg sehe ich in frohe Gesichter.
Süßlicher Geruch aus der nahen Fabrik strömt mir entgegen, wenn ich morgens aus dem Haus trete. In meinem Kopf höre ich gleichzeitig den Chor unserer Kultur, der in vielen Variationen immer wieder das selbe Lied singt: 'Macht euch die Erde untertan'.
Ich spüre, dass diese beiden Erfahrungen nicht zusammenpassen. Mehr und mehr entscheide ich mich jene Ort zu meiden, an denen dieser krankmachende Gesang erklingt. Ich will ihn nicht mehr hören.
Ich halte Ausschau nach anderen, heilsameren Botschaften und entdecke sie bei den Urvölkern. Dort höre oder lese ich Sätze wie: 'Wir alle sind ein Teil dieser Erde und sie ist unsere Mutter.' oder 'Nimm nur so viel du brauchst!' oder 'Verlasse Plätze schöner als du sie vorgefunden hast.!' Ab nun orientiere ich mich mehr und mehr an solchen Botschaften des Heils (Ganzheit) und der Verbundenheit - und ich lebe nach dem Motto 'von Urvölkern lernen'.
In einem Arbeitskreis höre ich über die Grundlagen unseres Wirtschaftssystems: Die Natur ist der erste und wichtigste Produktionsfaktor, weitere sind Arbeit und Kapital.
Jetzt ist mir alles klar. Die Natur wird hier nicht als etwas Heiliges betrachtet, zu dem wir alle dazugehören, nein, sie wird gesehen als ein Ding aus dem man Profit erwirtschaften kann. Ich entscheide mich, auch diesen Stimmen nicht mehr zu vertrauen.
In der Not meiner eigenen Krankheiten suchte ich auch immer wieder Trost und auch eine Botschaft in der Natur. Und was entdeckte ich da? Ich sah einen Urwald, also einen Wald der ohne das gestaltende Zutun des Menschen wächst, und ich sah keinen einzigen geraden unverletzten Baum. Alle haben sie Schrammen, sind beeinträchtigt, haben dürre Äste, usw. - Wow! Was für eine Botschaft? Sieht so das normale, gesunde Leben aus? Ich finde es enorm erleichternd diesen überhöhten Anspruch nach Gesundheit, angesichts so eines Urwaldes, loslassen zu können.
Ich gehe mit einem depressiven Klienten eine Weile entlang dem Fluss. Ich bemerke wie ihm das gut tut. Es reift in mir der Wunsch nach einfachen und regelmäßigen Möglichkeiten, wo Klienten aus meiner psychotherapeutischen Praxis oder der Männerberatung sich einfach und unkompliziert den heilsamen Kräften der Natur und der Gemeinschaft anschließen können: den erfrischenden Wind oder die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne auf der Haut zu spüren, Kontakte knüpfen, die Verbindung zum großen Geheimnis pflegen.
Meine ehemalige Freundin zeigte mir, wie es ist in einer Baumkrone zu sitzen und dem Rascheln der Blätter zu lauschen. Sie lehrte mich verschiedene Namen von Heilkräutern und anderen interessanten Pflanzen – und sie half mir still zu sein und nur wahrzunehmen, was da alles passiert am Ufer des Flusses.
Ich gehe hinaus in die Natur, am liebsten in die Au, dort ist es noch so schön wild und ungeordnet. Ich höre, sehe und spüre. Ich staune. Und dann weiß ich, dass ich wirklich ein Teil dieses großen und heiligen Prozesses bin, den wir Leben nennen. Diese Erfahrungen möchte ich nicht mehr nur alleine machen sondern auch gemeinsam mit anderen Menschen erleben.
Anton S. - 28. Mär, 11:00