Unmittelbar (2)
Bei meinen kleinen Streifzügen durch die Au merke ich immer wieder, wie mich das unmittelbare Erleben klarer werden lässt:
Mit dem linken Ohr höre ich das Plätschern des Flusses und rechts höre ich das Brummen der Autobahn. Ich lasse diese Mischung auf mich wirken und es wird mir klar: Auf der einen Seite wirkt der große Geist und auf der anderen werkt der Mensch.
Beim Gebet der Erde ist der unmittelbare, hautnahe Kontakt mit der Natur und insbesondere der Wildnis essentiell.
Wir verbinden uns nicht in Gedanken mit der Natur, sondern mit dem Körper. Die Füße gehen am Erdboden, stolpern über einen Ast, das Laub raschelt, ...Die Hand berührt den Baum, spürt die Rinde oder den Weißdornstachel, .... Das Auge sieht den Silberreiher drüber ziehen, sucht im Dickicht einen Weg, erfreut sich am frischen Teppich aus Schneeglöckchen, .... Der Mund kostet ein frisches Bärlauchblatt und schmeckt den lauchigen starken Geschmack. Das Ohr hört die Vögel zwitschern und das Wasser rauschen, .... Die Nase riecht den Duft des Frühlings.
Wir konsumieren die schönen Bilder der Natur nicht am Bildschirm, sondern sehen die reale Natur mit den eigenen Augen. Diese reale Welt ist oft nicht so schön, wie wir es erwarten, denn da geht wieder einmal eine Stromleitung durch und alles ist abgeholzt oder die Stängel der Brennnesseln vom Vorjahr stehen noch herum. Sie berührt daher anders als die Kulturlandschaft oder die geschönten Bilder der Medien. Sie ist anders schön – und herausfordernd.
Erfrischend und bewusstseinserweiternd finde ich auch, von den Erfahrungen Daniel Everett's beim glücklichsten Volk zu lesen. Hier ein Zitat:
„Sie ... haben entdeckt, wie nützlich es ist, von einem Tag zum anderen zu leben. Die Pirahã stellen schlicht und einfach das Unmittelbare in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit, und damit beseitigen sie mit einem Schlag gewaltige Ursachen von Besorgnis, Angst und Verzweiflung, die so viele Menschen in den westlichen Gesellschaften heimsuchen.“ (Daniel L. Everett: Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas, 2010, 5. Auflage)
Mit dem linken Ohr höre ich das Plätschern des Flusses und rechts höre ich das Brummen der Autobahn. Ich lasse diese Mischung auf mich wirken und es wird mir klar: Auf der einen Seite wirkt der große Geist und auf der anderen werkt der Mensch.
Beim Gebet der Erde ist der unmittelbare, hautnahe Kontakt mit der Natur und insbesondere der Wildnis essentiell.
Wir verbinden uns nicht in Gedanken mit der Natur, sondern mit dem Körper. Die Füße gehen am Erdboden, stolpern über einen Ast, das Laub raschelt, ...Die Hand berührt den Baum, spürt die Rinde oder den Weißdornstachel, .... Das Auge sieht den Silberreiher drüber ziehen, sucht im Dickicht einen Weg, erfreut sich am frischen Teppich aus Schneeglöckchen, .... Der Mund kostet ein frisches Bärlauchblatt und schmeckt den lauchigen starken Geschmack. Das Ohr hört die Vögel zwitschern und das Wasser rauschen, .... Die Nase riecht den Duft des Frühlings.
Wir konsumieren die schönen Bilder der Natur nicht am Bildschirm, sondern sehen die reale Natur mit den eigenen Augen. Diese reale Welt ist oft nicht so schön, wie wir es erwarten, denn da geht wieder einmal eine Stromleitung durch und alles ist abgeholzt oder die Stängel der Brennnesseln vom Vorjahr stehen noch herum. Sie berührt daher anders als die Kulturlandschaft oder die geschönten Bilder der Medien. Sie ist anders schön – und herausfordernd.
Erfrischend und bewusstseinserweiternd finde ich auch, von den Erfahrungen Daniel Everett's beim glücklichsten Volk zu lesen. Hier ein Zitat:
„Sie ... haben entdeckt, wie nützlich es ist, von einem Tag zum anderen zu leben. Die Pirahã stellen schlicht und einfach das Unmittelbare in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit, und damit beseitigen sie mit einem Schlag gewaltige Ursachen von Besorgnis, Angst und Verzweiflung, die so viele Menschen in den westlichen Gesellschaften heimsuchen.“ (Daniel L. Everett: Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas, 2010, 5. Auflage)
Anton S. - 23. Mär, 16:38